Nefacio Bass

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Making Of...

Nefacio Bass

Mein Freund Baba, ein professioneller Drummer, fing vor ein paar Jahren an Bass zu spielen und entdeckte dabei auch die Mittelalter-Szene. Nach ein paar Gastspielen als Bassist bei diversen Mittelalter-Acts reifte bei ihm die Idee zu einem bislang noch nicht dagewesenen Projekt, das er Nefacio taufte (sprich: nee-fah-ki-o).

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Nefacio ist eine vertonte mittelalterliche Geschichte, die im 14. Jahrhundert spielt. Musikalisch geht es jedoch in Richtung Rock und Funk, was bedeutet, es wird auch ordentlich geslappt! Baba hatte seine bisherigen Bässe mit Hotwire Pickups und Retros gepimpt, unsere Zusammenarbeit fruchtete letztendlich darin, dass ein Hotwire Bass bei den Aufnahmen seiner ersten CD LAUF!, die wir hautnah miterleben durften, zum Einsatz kam. Nachdem ich das komplette Projekt gehört hatte, fühlte ich mich inspiriert einen Bass zu bauen, der neben Babas selbstgebauten Beil-Bass, der bei Konzerten lediglich bei zwei Songs als Show-Instrument zum Einsatz kommt, optisch gut zu dem finsteren Kerl mit der Kutte und dem Nasenring passt. 

Nefacio Live-Fotos: Dank an Tom Bombadil

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Baba, Rüdi von Bassline und ich steckten die Köpfe zusammen und als Ergebnis unseres Brainstormings enstand der "Nefacio" Bass. Der Bass sollte nicht modern und filigran aussehen, und weil der zum Spielmann mutierte Scharfrichter nicht mit einem Case durch die Welt reist, fanden wir einen "used" Look passend. Baba regte an, dass man sich mit dem Finish an einem grob aus einem Baum geschlagenen Stück Holz orientieren könnte.  "Der muss aussehen, wie vor 500 Jahren ausm Wald gezogen..." Rüdi war begeistert und meinte, das wäre ja ein Kunstprojekt, und da wuerde ihm doch was dazu einfallen...!


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Das war das Stichwort! Natürlich hätten wir jetzt noch ne total abgefahrene Korpusform kreieren können... Aber das hätte seine Zeit gedauert, mit Prototyp bauen und auf Ergonomie testen... Von der Form her passte ihm unser Viersaiter Inlaw mit seinen gut zugänglichen 24 Bünden hervorragend. Baba macht schon mal Oktavsprünge über sieben Bünde, da steht ein schnell und bequem bespielbares Design an erster Stelle. Um viel Platz zum Slappen zu haben, und für den ordentlichen Druck mit dem typischen "Rotz", kommt vorn ein P Pickup rein. Damit der Rest auch gut knallt und klanglich flexibel ist, packen wir einen Funderbucker hinten rein. Dazu eine U-Retro 5 Knob für den Dampf im Sound! Und ein Hipshot D-Tuner für schnelle Drop-D-Tunings. Das war schon mal klar! 


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Als erstes haben wir, wie immer, eine genaue Zeichnung angefertigt. Natürlich hätten wir den Body aus Erle oder Sumpfesche  machen können, das hätte aber viel zu gediegen und normal ausgesehen. Rüdi hatte noch etwas "verpilzte" Esche rumliegen. Viel zu grob für einen normalen Bass, aber für dieses Projekt genau richtig! Um die Holzstruktur dann noch etwas mittelalterlicher und martialischer hinzukriegen, schlug Rüdi vor, den Body sandstrahlen zu lassen - dann fliegt das weiche Zeug weg und nur das härtere bleibt übrig. Sieht dann letztendlich aus, als wäre da schon einiges mit passiert...! Fanden wir alle gut. Als erstes wurden zwei Bohlen verleimt.


Aus den verleimten Bohlen wurde der Korpus gefräst. Das Holz hatte jede Menge Macken, normalerweise müsste da gespachtelt und nachbearbeitet werden, wenn man überhaupt so ein Holz verwenden möchte... Aber hier waren Macken willkommen - passt doch, und es ist ja ein Arbeitsgerät. Durch das Sandstrahlen kam die Oberfläche noch mal extra verschwurbelt raus - also genau das Gegenteil von dem was wir sonst so machen, nämlich eine schöne glatte Oberfläche, sauber lackiert. Wobei es auch eine Kunst ist, eine solch rustikal wirkende Oberfläche in dieser Art hinzukriegen: "Aging" war gestern, das hier ist "Middle-Aging"!


Für den Hals kommt nur Ahorn in Frage, farblich natürlich genau angepasst. Damit es sich bequem spielen lässt, haben wir den Hals nicht sandgestrahlt! :-)


Nachdem alle Teile fertig bearbeitet waren, ging es an die Oberflächenbehandlung. Auch hier wieder eine etwas andere Vorgehensweise als sonst: mit verschiedenen Farben (schwarz, rot gelb, braun) beizten wir das helle Holz von Korpus und Hals und tasteten uns langsam aber sicher an das Mittelalter heran. Nachdem wir mit der Farbe zufrieden waren, wurde alles nochmal farblos matt lackiert.


Wir waren so begeistert dran, dass wir es doch glatt versäumten, von einigen Arbeitsgängen Fotos zu machen! Nun ja, jetzt sind sie fertig - wir haben nämlich gleich zwei identische Nefacio Inlaws gebaut! Und sind bereit, weitere anzufertigen - jetzt wo wir die beiden ersten ausgiebig gespielt haben!


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medieval rock

Und was sagt Baba, der Mann mit der Kutte?

"Es ist unglaublich, wie aus einer simplen Idee ein Instrument entstehen kann, das man nicht mehr aus den Händen legen will. Dieser Bass ist ein Meisterwerk!!!"

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on tour

Mittlerweile ist Baba als Bassist von "We Salute You", der weltbesten AC/DC Tribute Band unterwegs. Da wäre der Nefacio gleichzeitig "zu modern" und "zu alt"... Also hat er seinen "normalen" Hot Wire Pee Bass dabei.

InlawRaphael Rychetsky